Was macht eigentlich…?

Stefan Bareiss, FVV-Nachwuchspreis-Träger in 2008


 

Alle zwei Jahre zeichnet die FVV junge Talente aus, die mit ihren Studien-, Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeiten wesentlich zum Erfolg eines FVV-Projekts beigetragen haben. In Anerkennung der herausragenden Ingenieurleistungen, die Prof. E.h. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Hans Dinger für die Motorentechnik erbracht hat, wurde der Nachwuchspreis mittlerweile in Hans-Dinger-Preis umbenannt.


Mit Praxiserfahrung beim zukünftigen Arbeitgeber punkten

Mit seiner Diplomarbeit zum Thema „Optische Untersuchungen an einem Einzylinder-Forschungsaggregat mit homogen kompressionsgezündeter Verbrennung“ im Rahmen des FVV-Projekts „Benzinselbstzündung“ konnte Stefan Bareiss im Jahr 2008 die Jury überzeugen. Die Initiative für seine Bewerbung ging allerdings nicht von ihm selbst aus. Sein Betreuer an der Universität Karlsruhe, Dr. Werner Sauter, machte ihn auf die Möglichkeit aufmerksam. 

Mithilfe seiner Arbeiten ist es möglich, den Selbstzündungsprozess im Benzinmotor dreidimensional  zu erfassen und numerisch zu beschreiben. Dies eröffnete neue Einblicke in den Ablauf der Selbstzündung und damit zur Weiterentwicklung des Brennverfahrens. 

Zum Zeitpunkt der Preisübergabe steckte Stefan Bareiss schon mitten in seinem Promotionsprojekt, das sich mit Titel „Bildgebende Charakterisierung von ottomotorischen Einspritzdüsen“ ebenfalls rund um das Thema Verbrennungsmotor drehte. Im Anschluss an die Promotion erwies sich der FVV-Preis als große Hilfe bei der Suche nach einer Anstellung in der Industrie. „Mit dem FVV-Preis konnte ich mich aus der Masse der Bewerber herausheben, denn er unterstrich die Praxisnähe meiner wissenschaftlichen Tätigkeit“ fasst Bareiss zusammen. Seit Oktober 2011 arbeitet er als Entwicklungsingenieur für Dieselsysteme bei Bosch in Stuttgart. Die Entwicklung neuer Brennverfahren und Einspritzsysteme von PKW-Motoren gehören nun zu seinen Aufgaben.

Aktuelles

Frühjahrstagung 2014: Neue Kraftstoffe, neuer Forschungsbedarf

Neue Konzepte für das optimale Zusammenspiel von Motor und Kraftstoff standen im Mittelpunkt der FVV-Frühjahrstagung 2014 in Magdeburg. Mit rund 450 Teilnehmern erzielte die Veranstaltung, auf der die Ergebnisse angeschlossener und laufender Vorhaben vorgestellt werden, eine neue Rekordbeteiligung.

 

Kraftstoffe aus Basis von Biomasse oder Erdgas können dazu beitragen, die CO2-Emission aus dem Straßenverkehr zu verringern. Allerdings stellt die veränderte chemische Zusammensetzung die Motorenbranche vor eine neue Herausforderung: Sie müssen Verbrennungsverfahren und Abgasreinigungssysteme an die neuen Kraftstoffe anpassen. Viele aktuelle FVV-Vorhaben widmen sich diesem Zusammenspiel.

So gilt es, bei den an sich sehr klimafreundlichen Erdgasantrieben zu vermeiden, dass unverbranntes Methan in die Atmosphäre gelang. Prof. Dr. Olaf Deutschmann, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Chemie am Karlsruhe Institut für Technologie, trug die Ergebnisse eines Vorhabens vor, das untersuchte, wie sich die Schadstoffkonversion in einem Abgaskatalysator verändert, wenn dieser mit Methan in Kontakt kommt. Das überraschende Ergebnis: Wie schnell der Katalysator altert, hängt wesentlich damit zusammen, welche anderen Schadstoffe sich im Abgas befinden.

Marco Günther vom Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen der RWTH Aachen stellte umfangreiche Untersuchungen vor, die beweisen, dass die heutige DIN-Norm für Flüssiggas (LPG) die Eigenschaften moderner Motoren nicht berücksichtigt. Um bis zu 26 Prozent ließe sich der Verbrauch absenken, wenn das Brennverfahren auf qualitativ hochwertiges LPG ausgelegt wird. Das Problem: Die in der geltenden Norm verwendete Kennzahl für die Klopffestigkeit ist für Flüssiggas nicht aussagekräftig, zudem wäre ein Mindestgehalt an Propan festzuschreiben. Deshalb plädiert der Wissenschaftler für einen neuen Kennwert, die Methanzahl, sowie einen Propangehalt von mindestens 40 Prozent.

Ähnliche Sorgen haben Ingenieure, wenn alkoholhaltige Biokraftstoffe in modernen Ottomotoren mit Direkteinspritzung und Abgasturboaufladung eingesetzt werden sollen. Die gängigen Kennwerte zur Klopffestigkeit wie die Motoroktanzahl (MOZ) berücksichtigen nicht, dass sich das Verdampfungsverhalten der Biokraftstoffe deutlich von dem des Ottokraftstoffes unterscheidet. Ein Team aus Wissenschaftlern der TU Graz und der TU Wien hat daher im Auftrag der FVV ein alternatives Verfahren erforscht. Ihr Vorschlag: Der Kraftstoff – in der Regel eine Mischung aus Bio- und Ottokraftstoff – wird in einem Direkteinspritzer geprüft, der per Indizier-Messtechnik auf Klopfen überwacht wird. Auf diesem Weg soll eine DOZ (Direkteinspritz-Oktan-Zahl) ermittelt werden.

Dieselmotoren, die mit reinem Biodiesel betrieben werden, laufen Gefahr, erhöhte Konzentrationen an Abgasschadstoffen in die Umwelt abzugeben. Grund dafür ist eine Desaktivierung des Abgaskatalysators durch Fremdstoffe wie Eisen, Kupfer, Kalium, Phosphor und Schwefel. Bislang konnte die Verunreinigung des Katalysators nur in umfangreichen Langzeituntersuchungen ermittelt werden. In einer gemeinsamen Forschungsarbeit haben das Institut für Technische Chemie der Universität Leipzig und das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum nun erste Schritte für einen Schnelltest entwickelt.

Weitere Arbeiten, die auf der FVV-Frühjahrstagung vorgestellt wurden, beschäftigten sich unter anderem mit einer schadstoffabsenkenden Wasserzumischung zum Dieselkraftstoff, der gezielten Analyse des Motorengeräusches sowie effektiveren Brennverfahren für Gasturbinen.

 

Die zugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.

Hans-Dinger-Preis
Nachwuchsförderung der FVV

2014 findet die fünfte Ausschreibung zum HANS-DINGER-PREIS statt!

Wir freuen uns auf Bewerbungen von jungen Talenten, die mit ihren Arbeiten zum Erfolg eines FVV-Forschungsprojektes beigetragen haben. Dies kann im Rahmen ihrer Studien-, Diplom-, Bachelor-  oder Masterarbeit gewesen sein. Wichtig ist nur, dass das zugehörige FVV-Projekt nicht länger als 12 Monate abgeschlossen ist. Bitte sprechen Sie Mitarbeiter oder Kollegen an, die sich während des Projektes ausgezeichnet haben. 


Details zu den Randbedingungen der Ausschreibung finden Sie

hier.

Termine

Hier bieten wir Ihnen einen kom­pak­ten Überblick über die wich­tigs­ten Termine im Kontext der Moto­ren- und Turbo­ma­schi­nen­for­schung.

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