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Bildquelle: FVV

28.06.2018

1 Tag Zukunft zum Anfassen – BMWi/AiF-Innovationstag 2018

Unter dem Motto „25 Jahre Innovationsschau – 10 Jahre ZIM – 1 Tag Zukunft zum Anfassen“ fand am 7. Juni 2018 zum 25. Mal der Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) statt. 300 Unternehmen und industrienahe Forschungseinrichtungen präsentierten über 1.800 Besuchern bei strahlendem Sonnenschein 200 neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, deren Entwicklung das BMWi gefördert hat – insbesondere über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und die von der AiF organisierte vorwettbewerbliche Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF). Die FVV war in diesem Jahr mit einem Forschungsvorhaben der Planungsgruppe Turbomaschinen vertreten.

Das alljährliche Technik-Open-Air bildet eine Begegnungsplattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern und interessierter Öffentlichkeit, darunter auch Schüler und Studenten. Es wird auf dem parkartigen Gelände der AiF Projekt GmbH in Berlin organisiert. Zu den gezeigten Innovationen gehörten in diesem Jahr zum Beispiel eine tragbare Lunge für chronisch Kranke, ein E-Scooter für die urbane Elektromobilität und ein Mini-Prüfstand zur bauteilfesten Auslegung von Hochleistungsrotoren in Turbomaschinen.

Moderne Hochleistungsrotoren in Turbomaschinen

Die Anforderungen an moderne Hochleistungsrotoren in Turbomaschinen - z. B. Kompressorschaufeln in Gas- und Dampfturbinen oder Lüfterschaufeln in Triebwerken von Flugzeugen - nehmen stetig zu. Neben der gesteigerten Leistungsfähigkeit und Festigkeit dieser Bauteile müssen sie zukünftig auch immer höheren dynamischen Ansprüchen genügen. Dies erfordert z. B. eine deutliche Reduzierung der Schwingungsanfälligkeit. Der entscheidende Nutzen des vorgestellten FVV-Forschungsvorhabens “3D-DynRoCo” liegt in der gemeinsamen Entwicklung eines praxisgerechten, numerischen und experimentellen Ansatzes für die 3D-dynamische Analyse rotierender Komponenten. Aus dem im CORNET-Programm geförderten Projekt gehen sowohl ein experimentelles System zur Anregung und 3-dimensionalen (3D) Bestimmung des Schwingungsverhaltens rotierender Komponenten als auch stark verbesserte Methoden zur Charakterisierung des realen Verformungs- und Schwingungsverhaltens komplexer Rotoren einschließlich fliehkraftbedingter und -abhängiger Effekte wie Prestress, Enttwisten, Reibung in Verbindungszonen und Interaktionen zwischen Rotorkomponenten hervor.

  • 3D-DynRoCo: Entwicklung eines kombinierten numerisch-experimentellen Ansatzes zur 3D Erfassung des Schwingungsverhaltens von rotierenden Komponenten (FVV-Projektnummer 1220) | Forschungsbereich Turbomaschinen
  • Fördergeber: AiF (18983 N) und CORNET (151 EBR / 1)
  • Forschungsstellen: 1 | Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) - TU Dresden, Professuren für Funktionsintegrativen Leichtbau und Leichtbaudesign und Strukturbewertung   2 | Imperial College London, Fachbereich Maschinenbau
  • Projektkoordinatoren:
    Tino Wollmann (ILK – TU Dresden)
    Dr. Loic Salles (Imperial College London)
    Thorsten Lang (Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG)

Stefanie Jost-Köstering, Projektmanagerin der FVV im Forschungsbereich Turbomaschinen, und Tino Wollmann, Projektkoordinator am ILK der TU Dresden, durften Dr. Ole Janssen, Leiter der Unterabteilung Innovations- und Technologiepolitik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), auf ihrem Projektstand begrüßen (siehe Titelbild). Dr. Janssen hatte am Vorabend des Innovationstages auf der Mitgliederversammlung der AiF über die Bedeutung des branchenübergreifenden Ansatzes der Industriellen Gemeinschaftsforschung für die Innovationskraft des deutschen Mittelstands gesprochen und konnte sich bei der FVV gleich über den Wissenstransfer zwischen den knapp 30 am Projekt beteiligten Firmen informieren. Der Abschlußbericht zu “3D-DynRoCo” wird am 27.09.2018 in Würzburg auf der FVV-Herbsttagung der Öffentlichkeit vorgestellt.

AiF-Präsident plädiert für die Erhöhung der IGF-Forschungsförderung

AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer konnte als Hausherr über 1.800 Gäste auf dem Gelände der AiF in Pankow begrüßen. Er betonte, dass der Mittelstand von der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung, wie sie im Rahmen des Innovationstages ausgestellt wird, nachhaltig profitiere. Wer diese stärke, stärke auch den Mittelstand. Deswegen setze sich die AiF dafür ein, bis 2021 die jährlichen Fördermittel auf 300 Millionen Euro für die IGF und auf 700 Millionen Euro für das ZIM zu erhöhen. „Das ist kein dünnes Brett für uns, aber aufgrund der Bedeutung des Mittelstands für den Standort Deutschland und des Rückenwindes, den wir durch Expertenempfehlungen und von Politikerinnen und Politikern quer durch alle Parteien erfahren, sicherlich auch nicht utopisch.“, erklärte Bauer.

Innovationskraft der Unternehmen stärken

Im Anschluss eröffnete Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (PStS) und Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und für die neuen Bundesländer, die Veranstaltung.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier besichtigte die Ausstellung auf einem Rundgang und würdigte in seiner Rede das kreative und innovative Unternehmertum. „Der Mittelstand ist das Herz unserer Volkswirtschaft und die Unterstützungsangebote des BMWi tragen dazu bei, dass es kraftvoll schlägt. Die Innovationen, die wir heute hier bestaunen, sind ein Sinnbild der enormen Vitalität, Kreativität und Leistungsbereitschaft des deutschen Mittelstands. Und sie zeigen, dass es uns (…) erfolgreich gelingt, die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken und Ideen in die Tat umzusetzen. Unser Wohlstand beruht maßgeblich auf unternehmerischer Schaffenskraft. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft zu sichern, müssen wir auf den Mittelstand setzen. Die Förderprogramme des BMWi werden dabei weiterhin eine feste Säule sein, auf die unsere Unternehmerinnen und Unternehmen bauen können.“

Forschungsvereinigung Verbrennungskraft­maschinen e.V.

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