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Bildquelle: ZF Friedrichshafen

02.03.2018

Antrieb im Wandel | Neue VDMA-FVA-FVV-Studie

VDMA, FVA und FVV veröffentlichen gemeinsame Studie zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs von Fahrzeugen und deren Auswirkung auf den Maschinen- und Anlagenbau und die Zulieferindustrie - Erstmals im Fokus: PKW, Nutzfahrzeuge und mobile Maschinen bezüglich künftiger Wertschöpfung - Wertschöpfungszuwachs bei PKW-Antrieben bei jährlich 1,7 Prozent - Neuer „Zero Emission Vehicle Index“: Elektrofahrzeuge und Verbrenner in Europa schon 2024 gleich attraktiv

Hybridisierung und Elektrifizierung nehmen Fahrt auf. Was dies für die Wertschöpfung im Antriebsstrang bedeutet, damit befasst sich erstmals die Studie „Antrieb im Wandel“, erstellt von der FEV Consulting GmbH im Auftrag von VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), FVA (Forschungsvereinigung Antriebstechnik) und FVV (Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen). „Wichtigste Erkenntnis der Studie ist: Für den Maschinenbau birgt der Transformationsprozess der Mobilität Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung“, erklärte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker anlässlich der Veröffentlichung von Kernergebnissen der Studie. 

„Alarmismus ist völlig fehl am Platze. Für uns in der Maschinenbauindustrie kann der ‚Antrieb im Wandel‘ ein Wachstumsgeschäft sein. Noch bleibt den Unternehmen Zeit, um die Transformation erfolgreich zu gestalten, um Geschäftsmodelle und Technologien anzupassen“, unterstrich Welcker. „Gleichzeitig zeigt die Studie klar: Hybridisierung und Elektrifizierung werden sich am Markt durchsetzen. Spätestens jetzt sollte der Transformationsprozess in den betroffenen Unternehmen angegangen werden“.

Zur Betroffenheit des Maschinenbaus von der Transformation der Mobilität erklärte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und FVA-Geschäftsführer: „Wir im Maschinenbau produzieren Mobilität. Zum einen als Ausrüster der Automobilindustrie mit Produktionsmitteln. Damit sind wir wettbewerbsentscheidender Technologielieferant. Zum anderen ist die Maschinenbauindustrie selbst Anwender modernster Antriebstechnologien mit ihren mobilen Arbeitsmaschinen. Der Bedarf an Orientierung ist deshalb hoch.“

Differenziertes Bild bei Nutzfahrzeugen und mobilen Maschinen 

Auch Nutzfahrzeuge und mobile Maschinen werden in der Studie analysiert. Bei Nutzfahrzeugen wird die Elektrifizierung vor allem durch leichte Nutzfahrzeuge, etwa Lieferwagen für Paketdienste in Städten, vorangetrieben. Auch bei Nutzfahrzeugen bieten sich Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung, wenn auch in kleinerem Ausmaß als im PKW-Segment. Insgesamt sind die Auswirkungen der Elektrifizierung auf Komponentenhersteller und den Maschinen- und Anlagenbau hier sehr unterschiedlich – Anwendungen, Märkte und Antriebstypen bestimmen den Grad der Betroffenheit. Bei den mobilen Maschinen wird demgegenüber ein niedrigerer Elektrifizierungsgrad erwartet.

Bei Attraktivität ziehen Elektrofahrzeuge bald mit Verbrennern gleich 

Die Transformation der Mobilität zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus. Ein Monitoring-System, der neu entwickelte „Zero Emission Vehicle Index (ZEV)“, bietet Orientierung auch dann, wenn sich das volatile Umfeld ändert. „Mit dem ZEV-Index geben wir unseren Unternehmen ein Werkzeug an die Hand, das mehr Transparenz schafft und eine Planungsgrundlage eröffnet,“ betonte Rauen. 

Für Europa sagt der Index bereits für das Jahr 2024 eine gleichwertige Attraktivität von Verbrennern und Elektrofahrzeugen voraus. Ausschlaggebend sind ein breites Modellangebot, praxistaugliche Reichweiten sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur. China erreicht dieses Niveau bereits 2 bis 3 Jahre früher als Europa. Grund hierfür sind strenge regulatorische Rahmenbedingungen. Für die USA wird die gleichwertige Attraktivität erst im Jahr 2028 erwartet.

Mehr als 40 Parameter aus unterschiedlichen Dimensionen fließen in den ZEV-Index ein: Regulierung, Technologieverfügbarkeit, Ladeinfrastrukturausbau, Verhalten der Industrie, wirtschaftliche Aspekte sowie Akzeptanz der Elektromobilität. „Damit ist der Index ein tatsächlicher Gradmesser für den Wandel der Mobilität, der über das bloße Addieren von Elektroautos weit hinausgeht“, hob Prof. Dr.-Ing. Stefan Pischinger, Vorsitzender der Geschäftsführung und Geschäftsführender Gesellschafter der FEV Group GmbH, hervor.

"Antrieb im Wandel" auf der FVV-Frühjahrstagung 2018
China bleibt laut Studie weiterhin der größte Absatzmarkt für Antriebe mit Verbrennungsmotor. Global wird bis zum Jahr 2030 ein Zuwachs der abgesetzten Motoren von 12% gegenüber 2016 prognostiziert. "Für die Motorenbauer und Hersteller von Komponenten wird weiterhin ein substanzielles Geschäft im Bereich Verbrennungsmotoren erwartet", erklärt Dietmar Goericke, FVV-Geschäftsführer. "Verbesserte Antriebstechnologien, beispielsweise Effizienzmaßnahmen im Verbrennungsmotor und Getriebe, erhöhen auch die Anforderungen an die Fertigungstechnik. Die Kenntnis und Beherrschung dieser Anforderungen sind maßgebliche Erfolgsfaktoren für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitglieder". Die FEV wird die Ergebnisse der Studie und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen auf der FVV-Frühjahrstagung in Bad Neuenahr vorstellen.

So erhalten Sie die Studie „Antrieb im Wandel“:
Mitglieder der Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) und der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) können die Studie in unserem gemeinsamen Mitgliederportal THEMIS herunterladen. Mitglieder der VDMA-Fachverbände Antriebstechnik, Motoren und Systeme und Power Systems wenden sich an den Mitgliederbereich des Forums Elektromobilität. Eine Kurzfassung finden Sie hier zum Download.

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