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Bildquelle: BMVI | NPM

15.06.2020

CO2-Minderung im Verkehr: Auf den intelligenten Mix alternativer Antriebe und Kraftstoffe kommt es an

Die Arbeitsgruppe 2 der Nationalen Plattform „Zukunft der Mobilität“ prüft in ihrem zweiten Kurzbericht, welchen Beitrag alternative Antriebe und Kraftstoffe bei der Reduktion von CO2-Emissionen im Verkehrssektor leisten können // Im Vordergrund der Untersuchungen steht die umfassende Bewertung der CO2-Wirkung von Elektromobilitätskonzepten, Wasserstoff und Brennstoffzellen sowie biomasse- und strombasierter Kraftstoffe für den Klimaschutz unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen

Der zweite Kurzbericht, den die Arbeitsgruppe „Alternative Antriebe und Kraftstoffe für nachhaltige Mobilität“ der Nationalen Plattform „Zukunft der Mobilität“ am 8. Juni in Berlin vorgestellt hat, kommt zu folgenden Schlussfolgerungen:

  • Der intelligente Einsatz von alternativen Antrieben und Kraftstoffen im Straßenverkehr kann die Reduzierung der CO2-Emissionen maximieren.
  • Es braucht Elektromobilität, Wasserstoff und Brennstoffzelle sowie alternative Kraftstoffe im Straßenverkehr mit Pkw und Lkw, da dort aktuell rund 95 Prozent der Verkehrsemissionen entstehen.
  • Realitätscheck: Bei den Technologien sind unterschiedliche Entwicklungs- und Kommerzialisierungsstadien zu berücksichtigen - erforderliche Investitionen und Weichenstellungen müssen jetzt erfolgen.
  • Technologieoffenheit ist der zentrale Faktor für einen kosteneffizienten und effektiven Einsatz der derzeitigen Optionen.

„Der Status quo der betrachteten Antriebs- und Kraftstoffoptionen ist hinsichtlich des technischen Reifegrads, des Markthochlaufs und der Akzeptanz erstmal sehr verschieden. Hinzu kommen die Interessen der betroffenen Akteure. Das haben wir natürlich berücksichtigt und es geschafft, ein CO2-Minderungspotzenzial für den Verkehr innerhalb eines Korridors von 26 bis 63 Mio. Tonnen bis zum Jahr 2030 aufzuzeigen. Das bedeutet, dass es auch unter optimistischen Entwicklungs- und Rahmenbedingungen zusätzlicher Anstrengungen bedarf, um das von der Bundesregierung verabschiedete Ziel von 95 Mio. Tonnen bis 2030 erreichen zu können. Zusammen mit den anderen Arbeitsgruppen der NPM müssen wir jetzt noch tiefer in die Analyse einsteigen,“ bekräftigt die Leiterin der NPM AG2, Prof. Dr. Barbara Lenz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., im Pressebriefing.

Für eine bezahlbare, nachhaltige und klimafreundliche Mobilität: Alternative Antriebe und Kraftstoffe | NPM AG2

Handlungsempfehlungen der NPM AG2 im Überblick:

  • Die Forschungs- und Innovationsförderung sollte entlang aller Antriebe und Energieträgerbeziehungsweise Kraftstoffarten ausgebaut werden. Dabei geht es sowohl um technologische als auch um umsetzungs- und marktbezogene Forschung.
  • Für eine zielgerichtete und nachhaltige CO2-Emissionsreduktion darf der Verkehrssektor nicht losgelöst vom Energiesektor betrachtet werden. Unerlässlich ist gleichzeitig die Beachtung der Wechselwirkung mit dem Industrie- und Wärmesektor. Die Verfügbarkeit „grüner“ Energieträger muss ausgebaut werden.
  • Für den Markthochlauf der Batterie- und Fahrzeugproduktion ebenso wie für die Schaffung der erforderlichen Tank- und Ladeinfrastruktur bedarf es politischer Unterstützung.
  • Um die Markteinführung und den Markthochlauf von strombasierten Kraftstoffen zu ermöglichen, müssen entsprechende Rahmenbedingungen, wie technologiespezifische Verwendungsquoten oder steuerliche Förderung, geschaffen werden.
  • Aufgrund der Energiedichte von Wasserstoff bietet sich schon heute der Einsatz von Brennstoffzellen an, insbesondere in Fahrzeugen mit hohen Fahrleistungen wie beispielsweise schwere Nutzfahrzeuge. Die CO2-freie Wasserstofferzeugung und der Infrastrukturausbau sollten gefördert werden. Dafür sollten die in Deutschland in Forschung und Industrie vorhandenen global führenden Kompetenzfelder wie beispielsweise im Bereich Elektrolyse genutzt werden.
  • In der Schifffahrt und im Luftverkehr sind alternative Kraftstoffe unverzichtbar. Ergänzend sollten im Straßenverkehr strombasierte und kurzfristig auch biomassebasierte Kraftstoffe der zweiten Generation beispielsweise in der Bestandsflotte eingesetzt werden. Effizienzpotenziale des Verbrennungsmotors und von Hybridantrieben sollten weiter vorangetrieben werden.

Weitere Berichte der insgesamt sechs Arbeitsgruppen der Plattform finden Sie auf der NPM-Webseite.

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