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Bildquelle: DFG

10.07.2018

DFG stellt „Förderatlas 2018“ vor: Wo stark geforscht und gefördert wird

Fokus Europa zeigt prägende Rolle Deutschlands und Großbritanniens / Hohe Stabilität im deutschen Forschungssystem / Drittmittel weiter auf hohem Niveau – neue Dynamik der Grundmittel / FVV erhält von 2014 bis 2016 2.9 Millionen Euro DFG-Fördermittel

Welche Rolle spielen die Hochschulen und Forschungsinstitute aus Deutschland im europäischen Forschungsraum? Wie attraktiv ist der Forschungsstandort Deutschland für ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? Welche Einrichtungen werben wie viele Drittmittel aus welchen Quellen für ihre Forschungen ein? Und wie ist es um die Proportionen im deutschen Wissenschaftssystem bestellt – zwischen großen und kleinen Hochschulen oder Fächern, aber auch zwischen Grund- und Drittmitteln? Umfassende Zahlen, Daten und Grafiken zu diesen und zahlreichen weiteren Themen enthält der „Förderatlas 2018“, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am 5. Juli 2018 gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und dem Stifterverband (SV) in Berlin vorgestellt hat.

Der neue DFG-Förderatlas ist der inzwischen achte Berichtsband, mit dem die größte Forschungsförderorganisation in Deutschland seit 1997 alle drei Jahre Kennzahlen zur öffentlich finanzierten Forschung vorlegt. Das Zahlen- und Datenmaterial und die darauf angewandte Methodik wurde dabei ebenso kontinuierlich erweitert wie die betrachteten Themen und Fragestellungen. Die aktuelle Ausgabe ist ein umfassendes Kompendium auf der Basis Zehntausender Daten aller großen öffentlichen Forschungsförderer in Deutschland und der EU für die Jahre 2014 bis 2016.

„Drittmittel werden dabei nie allein als finanzielle Kategorie und monetärer Gewinn für die einzelnen Hochschulen und Forschungseinrichtungen gesehen, sondern vielmehr und unabhängig von der Höhe der jeweiligen Projektkosten als Ausweis von Forschungsqualität und als wesentliches Element der Qualitätssicherung im Wissenschaftssystem“, sagte dazu DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider, der den Förderatlas gemeinsam mit Generalsekretärin Prof. Dorothee Dzwonnek, HRK-Vizepräsident Prof. Dr. Ulrich Rüdiger und SV-Generalsekretär Prof. Dr. Andreas Schlüter in einer Pressekonferenz in Berlin präsentierte.

Forschungsförderung in der EU

Einen besonderen Akzent setzt der neue Förderatlas auf die Forschungsförderung in der EU. Eine ganze Reihe von Auswertungen zeigt hier: Vor allem zwei Länder prägen den europäischen Forschungsraum – Deutschland und Großbritannien. So hat im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ von 2014 bis 2016 Deutschland mit 3,9 Milliarden Euro die meisten Mittel eingeworben, gefolgt von Großbritannien mit 3,6 Milliarden Euro; beide Länder liegen deutlich vor Frankreich (2,4 Mrd. Euro), Spanien (2,1 Mrd. Euro) und Italien (1,9 Mrd. Euro). Auch bei den bilateralen Kooperationen und EU-weiten Netzwerken im Rahmen von Horizon 2020 liegen Deutschland und Großbritannien vorn. Bei der Förderung durch den European Research Council (ERC) wiederum führt Großbritannien mit 555 Starting, Advanced oder Consolidator Grants vor Deutschland mit 456 ERC-Geförderten.

Bei den auch in dieser Ausgabe ausführlichen Ranglisten der DFG-Bewilligungen zeigen sich für die Jahre 2014 bis 2016 nur wenige Veränderungen gegenüber den Vorjahren. An der Spitze der 40 bewilligungsstärksten Hochschulen lag erneut die LMU München mit 315,8 Millionen Euro, gefolgt von der Universität Heidelberg mit 292,2 Mio. Euro und der RWTH Aachen mit 281 Mio. Euro, jedoch hat die LMU ihren Vorsprung ausgebaut. Es folgen die TU München, die FU Berlin, die TU Dresden sowie die Universitäten Freiburg und Tübingen, die HU Berlin und auf Rang 10 die Universität Göttingen. Aufgeschlüsselt nach Wissenschaftsbereichen warben in den Geistes- und Sozialwissenschaften die FU und HU Berlin die meisten Mittel ein, gefolgt von der LMU München und den Universitäten Tübingen und Frankfurt/Main. In den Lebenswissenschaften lagen die LMU, die Universitäten Heidelberg, Freiburg, Göttingen und die TU München vorn, in den Naturwissenschaften die Universitäten Mainz, Hamburg und Bonn, die LMU und die TU München. In den Ingenieurwissenschaften gingen die meisten DFG-Mittel an die RWTH Aachen, gefolgt von der Universität Erlangen-Nürnberg, der TU Dresden, der TU Darmstadt und der Universität Stuttgart.

Drittmitteldruck der Hochschulen ist weiterhin hoch

Eine auch wissenschaftspolitisch bedeutsame Entwicklung stellt der neue Förderatlas bei der Rolle von Drittmitteln für die Gesamtfinanzierung der Hochschulen und ihrem Verhältnis zu den staatlichen Grundmitteln fest: Nachdem der Drittmittelanteil lange anstieg und 2012 mit 28,1 Prozent einen Höchststand erreichte, ist er seitdem weitgehend stabil. Die Steigerungsraten pro Jahr gingen sogar deutlich zurück, von durchschnittlich 9 Prozent zwischen 2008 und 2013 auf 1,5 Prozent 2015. Die Grundfinanzierung dagegen ist seit 2008 jährlich durchschnittlich um 4,4 Prozent gestiegen und 2014 erstmals auch stärker als die Drittmittel.

„Auf der einen Seite ist der Drittmitteldruck für die Hochschulen also weiter hoch, er steigt jedoch derzeit nicht weiter. Auf der anderen Seite gibt es eine neue Dynamik bei den Grundmitteln“, konstatierte Strohschneider.

Insgesamt erhielten die Hochschulen in Deutschland im Betrachtungsjahr 2015 knapp 20 Milliarden Euro Grundmittel und 7,4 Milliarden Euro Drittmittel. Die DFG war dabei weiterhin die größte Drittmittelgeberin mit 33,1 Prozent, der zuvor deutlich gestiegene Anteil des Bundes ging wieder leicht zurück auf 25,2 Prozent, ebenso der der EU auf nun 9,7 Prozent. Weiter an Gewicht verloren die Drittmittel aus Industrie und Wirtschaft, deren Anteil nur noch 19 Prozent betrug.

Förderprofile

Die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) erhielt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Förderzeitraum 2014 bis 2016 2.9 Millionen Euro für die Durchführung von Projekten der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vorwiegend in den Forschungsschwerpunkten Materialwissenschaft, Werkstofftechnik, Wärmeenergietechnik / Thermische Maschinen / Strömungsmechanik und Mechanik / Konstruktiver Maschinenbau. Näheres zu den Förderprofilen in den Ingenieurwissenschaften finden Sie in Kapitel 4.7 (S. 135-149).

Eine englischsprachige Zusammenfassung des Förderatlas 2018 ist für Mitte 2019 geplant.

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