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21.10.2021

Energiewende im Verkehr: Nur mit Hilfe der Modellierung des gesamten Energiesystems kommt man zu validen Ergebnissen

FVV stellte Anfang Oktober die Fortsetzung ihrer Kraftstoffstudien vor // Die neue, vierte Orientierungsstudie der FVV zu zukünftigen Kraftstoffen vergleicht neben gesellschaftlichen Kosten und vielen Umweltfaktoren insbesondere die kumulierten CO2-Emissionen für verschiedene Energieträger und Antriebe und setzt sie mit dem für Europa verbleibenden CO2-Restbudget in Beziehung // Dabei wird deutlich, dass die Einhaltung eines 1,5-Grad-Ziels nicht möglich ist, ohne die Bestandsflotte zu berücksichtigen

Die FVV stellte am 01.10.2021 die Ergebnisse ihrer neuen, vierten Kraftstoffstudie in einem Online-Seminar vor. Die dazugehörigen Veröffentlichungen - Präsentation, Abschlußbericht und ein Thesenpapier mit den sechs wichtigsten Schlußfolgerungen - können Sie nun am Ende dieser Nachricht herunterladen.

FVV Technologiebriefing | Nachhaltige Kraftstoffe für die Energiewende im Verkehr - Teil IV
Autoren: Dr. Ulrich Kramer (Ford-Werke), Dr. David Bothe (Frontier Economics), Frank Dünnebeil (ifeu)
Moderatoren: Dietmar Goericke, Johannes Winterhagen

In der neuen Orientierungsstudie wurden Technologiepfade (100%-Szenarien) herausgearbeitet, mit denen der europäische Verkehrssektor das im Pariser Klima-Abkommen vereinbarte Sektorenziel erreichen kann. Anders als in zahlreichen anderen Studien zum gleichen Thema wählte das Team um Projektleiter Dr. Ulrich Kramer einen ganzheitlichen Cradle-to-grave-Ansatz, der alle relevanten Emissionen von der Fahrzeugproduktion und dem Aufbau einer nachhaltigen Energiebereitstellung über die Nutzung bis hin zum Recycling berücksichtigt. Dafür wurden auch jene Emissionen einbezogen, die durch den Aufbau der Infrastruktur entstehen, also etwa durch den Bau von Windrädern, Elektrolyseuren oder Ladesäulen. Mit diesem Ansatz wurden die bis zum Jahr 2050 kumulierten Emissionen für sechs verschiedene Energieträger und sieben unterschiedliche Antriebstechnologien untersucht. Denn nur mit Hilfe der Modellierung des gesamten Energiesystems kommt man zu validen Ergebnissen.

Durchgeführt wurde die Studie, für die rund 60 Mitgliedsunternehmen der FVV Daten und Wissen bereitstellten, von dem auf Energiefragen spezialisierten Beratungsunternehmen Frontier Economics, gemeinsam mit dem Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu), das die Umweltauswirkungen der einzelnen Technologiepfade beleuchtete sowie das zur Verfügung stehende CO2-Budget errechnete.

Das wichtigste Ergebnis vorweg:

Unabhängig davon, für welche der 42 untersuchten Technologiepfade für Neufahrzeuge sich Europa entscheidet, wird das für Europa angesetzte Treibhausgas-Budget allein durch die Emissionen des Verkehrs bereits um das Jahr 2032 überschritten. Ursache dafür ist der dominierende Anteil der bis 2050 auslaufenden Bestandsflotte an den Gesamtemissionen. Dieser beträgt, unabhängig vom Szenario, bei identischer Einführungsgeschwindigkeit rund 70 Prozent. Ohne Technologieoptionen, die in der Bestandsflotte emissionssenkend wirken, werden die ehrgeizigen Ziele nicht zu erreichen sein.

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