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Bildquelle: Uwe Nölke | FVV

30.04.2020

Unabhängig von fossilen Rohstoffen: FVV gibt sich neues Leitbild

Energie- und Mobilitätssysteme stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Mit einem auf einer Mitgliederbefragung beruhenden Leitbild definiert die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) e. V. ihre Rolle neu. Sie will sich künftig noch stärker auf die klimaneutrale und nahezu emissionsfreie Mobilität und Energiewandlung fokussieren.

Frankfurt am Main, 30. April 2020  //  Auf dem Weg zu klimaneutraler Energieerzeugung und ressourcenschonender Mobilität mit Emissionen an der Nachweisgrenze spielt die Verbrennungskraftmaschine nach wie vor eine wichtige Rolle. Allerdings befindet sich die Technik von Verbrennungsmotoren und Turbomaschinen in raschem Wandel. So sollen künftig synthetische Kraft- und Betriebsstoffe die CO2-Bilanz deutlich verbessern. Zudem werden Fahrzeugmotoren zunehmend mit elektrischen Antriebskomponenten zu Hybridsystemen aufgerüstet. Die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) hat auf den Wandel reagiert und sich ein neues Leitbild gegeben. Es definiert sowohl die Form, in der die FVV künftig vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschung (IGF) voranbringen will, als auch die inhaltlichen Schwerpunkte der Forschungsaktivitäten.

Neben der Optimierung der Verbrennungskraftmaschine bildet die Arbeit an Brennstoffzellen und alternativen Kraftstoffen bereits heute einen wichtigen Schwerpunkt. Künftig sollen entsprechende Vorhaben verstärkt initiiert werden und die Auswirkungen erneuerbarer Energieträger auf Mobilität, Transport und das gesamte Energiesystem gezielter in Orientierungsstudien betrachtet werden. Zudem sollen künftige FVV-Vorhaben sich mit dem Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Motoren- und Turbinenbau beschäftigen. „Die Zukunft des Verbrennungsmotors ist unabhängig von fossilen Energieträgern“, sagt Dr. Peter Gutzmer, Vorsitzender der FVV, anlässlich der Verabschiedung des neuen Leitbildes. „Für die Gasturbine, die in Zukunft mit immer höheren Wasserstoffanteilen betrieben werden wird, gilt das erst recht.“

Technologie ist jedoch nur eine von drei Säulen der FVV. Die zweite Säule besteht in dem weltweit führenden Netzwerk der Mitgliedsunternehmen, die von großen, global agierenden Konzernen bis zu kleinen Mittelständlern mit einem Dutzend Mitarbeiter reicht. „Dadurch bekommen wir das Know-how, das hierzulande bei Turbomaschinen, Verbrennungsmotoren, Hybridantrieben und Brennstoffzellen existiert, in die Breite der Wertschöpfungskette“, erläutert FVV-Geschäftsführer Dietmar Goericke.

Als dritte Säule nennt das neue Leitbild den wissenschaftlichen Nachwuchs. In den von der FVV initiierten oder finanzierten Forschungsvorhaben arbeiten Nachwuchsingenieure, in der Regel im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten sowie Promotionen, an anwendungsorientierten Fragen – und schlagen so die Brücke zwischen universitären Grundlagen und industrieller Praxis. „Wir zeigen damit“, so Goericke, „dass es sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie auf dem Weg zu klimaneutraler Mobilität und Energieversorgung spannende Aufgaben für den Ingenieurnachwuchs gibt.“

Forschungsvereinigung Verbrennungskraft­maschinen e.V.

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