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25.03.2021

WKM: Mobilitätswende gelingt nur mit klarer Technologieoffenheit der Politik

Wissenschaftler fordern ideologiefreie Debatte bei der Realisierung einer CO2-neutralen Antriebstechnik für PKW und Nutzfahrzeuge // verbindliche Beimischungsquote von reFuels in der PKW-Flotte mit Berücksichtigung des CO2-Potentials gefordert

Aufgrund der aktuellen Diskussionen um die Mobilitätsstrategie der Zukunft veröffentlicht die Wissenschaftliche Gesellschaft für Kraftfahrzeug- und Motorentechnik (WKM) ein Positionspapier zu technischen, regulatorischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der PKW- und Nutzfahrzeug-Antriebstechnik in den nächsten Jahrzehnten. Ziel ist die Realisierung einer nachhaltigen, langfristig CO2-neutralen Mobilität.

Erfolgreicher Klimaschutz braucht ein höheres Tempo

Nur mit zügig umsetzbaren Maßnahmen zur CO2-Reduzierung lassen sich die Pariser Klimaziele erreichen, fordern die in der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Kraftfahrzeuge und Motorentechnik (WKM) organisierten Universitätsprofessoren in einem Positionspapier. Der aktuelle Referentenentwurf des Erneuerbaren Energiegesetzes RED2 werde den gestellten Herausforderungen nicht gerecht. Mit diesem Gesetz wird die Reduzierung von CO2-Emissionen nicht ausreichend vorangetrieben, so die WKM-Experten.

Nur ein geeigneter Technologie-Mix wird die Aufgabe der CO2-Reduzierung bewältigen können. Die aktuelle Regelung führt teilweise sogar zu einer unnötigen Mehrbelastung des CO2-Restbudgets. „Ganzheitliche Energiesystemrechnungen zeigen, dass selbst bei einer optimistischen Annahme des Ausbaus der regenerativen Quellen für elektrische Energie frühestens nach 2030 durch eine flächendeckende Batteriemobilität merklich CO2 eingespart werden könnte, realistisch eher später als 2035.” analysiert Hermann Winner, Institutsleiter für Fahrzeugtechnik an der Technischen Universität Darmstadt.

Falsche Stoppsignale der Politik

Trotz dieser wissenschaftlich belegten Faktenlage werden von Teilen der Politik falsche Stoppsignale für die Technologie-Entwicklung gesetzt und wichtige Erkenntnisse nicht berücksichtigt. „Wir brauchen klare Technologieoffenheit und weniger Ideologie”, fordert Frank Atzler, Institutsleiter an der Technischen Universität Dresden.

Um die strengen Vorgaben zur CO2-Reduzierung des Verkehrssektors zu erreichen, ist dringend eine verbindliche Beimischung von CO2-reduzierendem Kraftstoff reFuels zum fossilen Kraftstoff notwendig. „Diese Beimischung führt zu einer deutlichen Reduzierung des tatsächlichen CO2-Ausstoßes aller Fahrzeuge und kann ohne technische Bedenken vollzogen werden”, sagt Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmotoren am Karlsruher Institut für Technik (KIT).

reFuels als große Nachhaltigkeits-Chance

reFuels sind zudem eine große Chance, einen neuen nachhaltigen Wirtschaftszweig zu erschließen. Vor allem die Entkoppelung der Strombereitstellung von der -nutzung durch die Zwischenspeicherung in Form von reFuels-Kraftstoffen ist ein weiterer wichtiger Vorteil.

Zudem erlauben es reFuels, dass sich auch Menschen mit kleinem Geldbeutel langfristig eine CO2-neutrale, preiswerte Mobilität mit ausreichender Streckenreichweite leisten können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Widerstandsfähigkeit des gesamten Mobilitätssystems sowie der Energie- und Automobilwirtschaft, die durch reFuels ebenfalls weiter gestärkt wird. Zuletzt wird auf die Volksrepublik China verwiesen, wo eine ausgewiesene reFuels-Strategie mit modernsten Verbrennungsmotoren langfristig verankert ist.

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