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Bildquelle: FVV & ZSW | Dirk Lässig

30.06.2020

Brennstoffzellen - Antrieb im Wandel II | Neue VDMA-Studie veröffentlicht

VDMA veröffentlicht gemeinsam mit FVA und FVV Trendanalyse zur Rolle der Brennstoffzellentechnologie im Mobilitätssektor // Im Fokus: Markttrends für PKW, Nutzfahrzeuge sowie mobile Maschinen bis 2040 // Fortsetzung der Studie „Antrieb im Wandel“ aus dem Jahr 2018

Die Brennstoffzelle wird von 2030 an mit einem signifikanten Anteil in Pkw, Nutzfahrzeugen und mobilen Maschinen vertreten sein. Allein 11 Milliarden Euro Umsatz für Brennstoffzellenkomponenten im Pkw sind im Jahr 2040 in Europa möglich. In der Folge könnten rund 68.000 Arbeitsplätze entstehen. Dies sind Kernergebnisse der neuen VDMA-Studie „Antrieb im Wandel – Auswirkungen der Brennstoffzellentechnologie auf den Maschinen- und Anlagenbau und die Zulieferindustrie“, erstellt von der FEV Consulting GmbH.

Im Fokus der neuen Trendanalyse standen PKW, Nutzfahrzeuge und mobile Maschinen in für die Brennstoffzellentechnologie bedeutenden Märkten bis 2040. Bis dahin wird weltweit ein Marktanteil von Brennstoffzellenfahrzeugen von 12 % erwartet.

  • Nutzfahrzeuge und Mobile Maschinen: Das Segment der schweren Nutzfahrzeuge wird eine Schlüsselrolle bei der Einführung der Brennstoffzellentechnologie spielen. Insbesondere in Europa existiert mit den strengen Emissionsgrenzwerten und dem Bedarf an Nullemissionsfahrzeugen ein klarer Treiber für Brennstoffzellenantriebe. Aufgrund des hohen Energiedurchsatzes wird zudem der Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur maßgeblich durch die Nutzfahrzeuge bestimmt. Unter den nichtstraßengebundenen Anwendungen haben insbesondere Gabelstapler, Schienen- und Schiffsanwendungen einen relevanten Anteil an Brennstoffzellenantrieben. Aufgrund der begrenzten Gesamtmarktgröße für diese Anwendungen wird jedoch erwartet, dass die Absatzvolumina der Brennstoffzellenvarianten deutlich geringer sind als die des Pkw-Marktes.
  • Personenkraftwagen: Ab 2030 wird laut Studie die Elektrifizierung im Pkw-Bereich durch eine steigende Anzahl von Brennstoffzellenfahrzeugen unterstützt. Japan und Südkorea positionieren sich bereits heute als Vorreiter hinsichtlich der Nutzung von Brennstoffzellenfahrzeugen als Teil einer Wasserstoffwirtschaft. Dadurch erreichen Brennstoffzellenfahrzeuge dort bereits im Jahr 2030 einen relevanten Marktanteil in Höhe von bis zu 6 Prozent (Japan). Die drei großen Absatzmärkte China, USA und Europa werden mit geringem Zeitverzug folgen. Insgesamt wird der Absatz von Brennstoffzellenfahrzeugen im Zeitraum von 2030 bis 2040 von 1 Million auf über 10 Millionen ansteigen, was einem Marktanteil von 12 Prozent entspricht.
  • Zulieferindustrie: Fast 70 Prozent des Umsatzpotenzials von Antriebssträngen wird im Brennstoffzellensystem – bestehend aus Brennstoffzellenstapeln, zusätzliche Komponenten und dem Wasserstofftanksystem – verortet. Weitere 30 Prozent entfallen auf die Traktionsbatterie und die elektrische Antriebseinheit. In den fünf betrachteten Märkten wird entsprechend ein Umsatzpotenzial für die Brennstoffzellen- und Wasserstofftanksysteme von rund 75 Milliarden Euro jährlich erwartet. Zieht man davon Gewinne, Gemeinkosten, Materialien und Rohstoffe ab, verbleiben über 20 Milliarden Euro reine Wertschöpfung, davon 3 Milliarden Euro in Europa.

In den nächsten Jahren werden laut Studie allein für Forschung und Entwicklung weltweit rund 5 Milliarden Euro pro Jahr investiert werden. Voraussetzung dafür ist u.a. eine solide Förderung: „Öffentliche Mittel müssen am Anfang der Wertschöpfungskette investiert werden – in Forschung und Lehre, in berufliche Qualifizierung und somit auch in intelligente Produktionstechnologien und Produkte“, kommentiert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, die Studienergebnisse. Dabei darf der Wandel nicht starr auf eine Technologie gestützt werden. Vielmehr gilt es, technologieoffen jeweils die beste Alternative für die jeweilige Anwendung zu entwickeln. „Die Politik ist aufgefordert, durch das Setzen langfristiger Rahmenbedingungen Planungssicherheit für die Unternehmen zu schaffen.“

Mobilität der Zukunft | Brennstoffzellentechnologie im VDMA

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