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Bildquelle: AiF | FVV

27.02.2019

Klimaschutz technologieoffen fördern

Parlamentarier der FDP-Fraktion zu Gast bei AIF und FVV // Industrie stellt der Politik neueste Erkenntnisse im Bereich zukünftiger Kraftstoffe vor: Strom - Wasserstoff - E-Kraftstoffe // Der Energiemix der Zukunft sollte technologieoffen im marktwirtschaftlichen Wettbewerb ermittelt werden // Eine erfolgreiche Energie-/Verkehrswendewende darf sich nicht nur auf den Personenverkehr konzentrieren: Gütertransport, Lufttransport und landwirtschaftliche Fahrzeuge wollen ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten

Abgeordnete der Fraktion der Freien Demokratischen Partei (FDP) im Deutschen Bundestag hatten im November vergangenen Jahres eine „kleine Anfrage“ an die Bundesregierung zur Rolle synthetischer Kraftstoffe für die Mobilität in Deutschland gerichtet. Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) nahm dies zum Anlaß, Mitglieder der FDP-Fraktion am 20. Februar 2019 in Berlin zu einem Parlamentarischen Frühstück einzuladen. Die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV), Mitglied der AiF, hatte im September 2018 eine Studie über mögliche Optionen einer klimaneutralen Mobilität im Jahr 2050 vorgelegt: „Defossilisierung des Transportsektors – Optionen und Voraussetzungen in Deutschland“.

Defossilisierung des Transportsektors

Kernaussagen der Studie:

  1. Technologieoffenheit: Unter Berücksichtigung der Kosten für die Herstellung von Strom, ggfs. der Umwandlung von Strom in Kraftstoffe, und die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur sind Elektromobilität, Brennstoffzellenantrieb und motorischer Betrieb mit E-Kraftstoffen gleichwertig.
     
  2. E-Kraftstoffe ermöglichen eine CO2-Reduktion bereits in der Markteinführungsphase, da sie sich als Beimischung zu herkömmlichen Benzin oder Diesel auf die CO2-Bilanz der aktuellen Fahrzeugflotte positiv auswirken.
     
  3. E-Kraftstoffe sind der Königsweg klimaneutraler Mobilität in allen Anwendungen der Verbrennungskraftmaschine jenseits des Personenverkehrs. Also überall dort, wo eine Elektrifizierung schwierig oder unmöglich ist: z. B. in Schiffen, Flugzeugen, in der Landwirtschaft und dem Schwertransport.
     
  4. Eine technologieoffene Herangehensweise an die klimapolitischen Herausforderungen der Zukunft sollte von regulatorischen Maßnahmen begleitet werden: z. B. Normung und Zulassung der neuen Kraftstoffe, Berücksichtigung synthetischer Kraftstoffe in der CO2-Gesetzgebung.

„Entscheidend für die weitere Entwicklung wird es sein, wieviel Technologieoffenheit die politischen Entscheidungen der Wirtschaft noch erlauben“, fasst Dietmar Goericke, Geschäftsführer der FVV, zusammen. „Für Nutzfahrzeuge, Baustellenverkehr, in der Landwirtschaft oder der Luftfahrt braucht es ohnehin gänzlich andere Lösungen als den komplett elektrifizierten Antrieb.“

Forschungsvereinigung Verbrennungskraft­maschinen e.V.

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