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14.02.2020

Verkehr, Klimaschutz und Nachhaltigkeit untrennbar - CSU-Landesgruppe und AiF-Experten beraten

AiF-Experten treffen Mitglieder der CSU-Landesgruppe zum umwelt- und verkehrspolitischen Austausch // Klimaschutz soll zum Konjunkturprogramm werden // Ziel der flächendeckenden Mittelstandsförderung in Deutschland erreicht

Die CSU-Landesgruppe ludt am 12. Februar 2020 Mitglieder des AiF-Forschungsnetzwerkes Mittelstand zu einem umwelt- und verkehrspolitischen Austausch nach Berlin ein. An dem „Parlamentarischen Frühstück“ nahmen neben MdB Karl Holmeier, Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft und Energie, Verkehr und digitale Infrastruktur, Bildung und Forschung, Tourismus der CSU-Landesgruppe und Professor Sebastian Bauer, Präsident der Aif, weitere Mitglieder der Landesgruppe und Vertreter der in der AiF zusammengeschlossenen Industriellen Forschungsvereinigungen, darunter DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V.), FAT (Forschungsvereinigung Automobiltechnik e. V.) und FVV, teil.

Stimmen aus dem Expertentreffen

Vor der Politik stehen enorme Aufgaben, um die für die Zukunft richtigen Technologien in ihrer Entwicklung und Umsetzung zu unterstützen und vor allem eindeutig zu regeln. Darum sei der Austausch der CSU-Landesgruppe mit dem AiF-Expertennetzwerk von besonderer Bedeutung:

  • „Wir wollen, dass Klimaschutz zum Konjunkturprogramm wird und dies mit mehr Innovationen und Anreizen ermöglichen, nicht mit Verboten. Ökonomie und Ökologie müssen im 21. Jahrhundert zusammen gedacht werden. Die Fähigkeiten und die Innovationskraft unserer Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringen effiziente Wirtschaftskreisläufe, wirkungsvolles Energiesparen und neue Antriebstechnologien hervor“, erklärte MdB Karl Holmeier laut Pressemitteilung der AiF vom 12.02.2020.
  • Professor Kurt Wagemann, Geschäftsführer der DECHEMA, machte auf die vielen Widersprüche in der vergleichenden Bewertung von batterie- und brennstoffzellengetriebenen Fahrzeugen und der Nutzung von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen in Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren aufmerksam: „Bisher wurden nur Teile der Vorketten für die Bereitstellung der Energieträger und der Speichersysteme hinsichtlich des Klimaschutzes betrachtet. Für eine vollständige und seriöse Begutachtung müssen zusätzlich die dazugehörigen Infrastrukturen miteinbezogen werden“.
  • Dietmar Goericke, Geschäftsführer der FVV, machte deutlich, dass sich aus den Ergebnissen der FVV-CO2-Lebenszyklusanalyse für verschiedene Antriebsarten klar die Notwendigkeit einer technologieoffenen und besonnenen Politik ableiten ließe: „Die frühzeitige Festlegung auf eine der Antriebstechnologien ist mit zu großer Unsicherheit bezüglich der wirklichen CO2-Vermeidung behaftet, als dass Politik und Gesellschaft Fehlentscheidungen riskieren könnten.“ Die Ergebnisse der von Frontier Economics für die FVV durchgeführten Metastudie werden am 26. März in Würzburg auf der FVV-Frühjahrstagung vorgestellt.
  • Professorin Claudia Langowsky, Geschäftsführerin der FAT, wies abschließend noch darauf hin, dass das Thema ‘Nachhaltigkeit in Lieferketten‘ nicht nur ein umweltpolitisches und soziales, sondern auch ein ernstzunehmendes wirtschaftliches und rechtliches Problem darstellt: Neben der Politik können Auftraggeber, Investoren und Endkunden Verpflichtungen und/oder Garantien für nachhaltige Lieferketten von den Unternehmen einfordern. Können die Unternehmen diese nicht gewährleisten, drohen Beschränkung des Zugangs zu Beschaffungs- und Absatzmärkten, juristische Probleme und Kundenboykott. Daher brauchen Unternehmen Unterstützung bei der Umsetzung der Anforderungen in die betriebliche Praxis."
  • Wie bereits berichtet, bewilligt der Deutsche Bundestag mit dem aktuellen Bundeshaushalt 180 Millionen Euro für die IGF sowie zusätzliche Mittel aus dem Energie- und Klimafonds für bereits laufende Projekte der AiF-Forschungsallianz Energiewende. Dafür dankte Professor Sebastian Bauer den Bundestagsabgeordneten nachdrücklich. Viele KMU aus Deutschland sorgten international für ökologisch vorbildliche Produkte und Prozesse – auch im Bereich Verkehr und Energie. Sie seien dank der vorwettbewerblichen angewandten Forschung weltmarktfähig oder sogar -führend.

Flächendeckende Mittelstandsförderung in der IGF

AiF und Industrie werben gemeinsam in der Politik für mehr Förderung von vorwettbewerblicher Forschung und Entwicklung im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung. Dazu gehören Gespräche mit den Fraktionen des Deutschen Bundestags in Berlin genauso wie die Vorstellung von erfolgreichen IGF-Projekten in den Wahlkreisen einzelner Abgeordneter.

Erfreulicherweise trägt diese Arbeit Früchte. So konnte die AiF in einer weiteren Pressemitteilung vom 12.02.2020 verkünden, dass die IGF-Forschungslandschaft mit Stand 31. Dezember 2019 keine weißen Flecken mehr aufweist: In jeder Stadt und jedem Landkreis Deutschlands kümmern sich Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam um die Lösung anwendungsorientierter Fragestellungen in Forschung und Entwicklung. Zum Jahresende 2019 gab es insgesamt mehr als 23.000 Unternehmensbeteiligungen an laufenden IGF-Projekten.

 

Bildlegende (v. l. n. r.):
Prof. Kurt Wagemann, Florian Oßner, MdB, Dr. Rolf Bulander, Prof. Sebastian Bauer, Prof. Claudia Langowsky, Karl Holmeier, MdB, Dietmar Goericke

Über die AiF

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